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Sind genetische Erkrankungen beim Hund versichert?

Ja – genetisch bedingte Erkrankungen können versichert sein, sofern sie bei Vertragsabschluss nicht bekannt waren und die Annahmevoraussetzungen erfüllt sind. Entscheidend ist nicht, ob eine Erkrankung genetisch ist – sondern ob sie bei Versicherungsbeginn bereits bekannt oder diagnostiziert war.

🧬 Was sind genetische Erkrankungen?

Genetische oder erblich bedingte Erkrankungen sind Krankheiten, die:

  • rassetypisch auftreten können

  • auf Veranlagung beruhen

  • nicht durch Unfall oder äußere Einwirkung entstehen

Beispiele:

  • Patellaluxation

  • Herzfehler

  • bestimmte Augenerkrankungen

  • Bandscheibenprobleme

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)

  • Ellenbogendysplasie (ED)


🟢 Wann sind genetische Erkrankungen versichert?

Versicherungsschutz besteht, wenn:

✔ die Erkrankung bei Vertragsabschluss nicht bekannt war
✔ keine klinisch relevanten Symptome vorlagen
✔ keine Behandlung angeraten oder geplant war
✔ keine Ausschlusserkrankung laut Annahmebedingungen vorliegt

Das gilt sowohl für die Hundekrankenversicherung als auch für den OP-Schutz – jeweils im Rahmen des gewählten Tarifs.


🔴 Wann sind genetische Erkrankungen nicht versichert?

Nicht versichert sind:

❌ bereits diagnostizierte genetische Erkrankungen
❌ bekannte Symptome vor Vertragsbeginn
❌ bereits angeratene oder geplante Behandlungen
❌ Erkrankungen, die laut Annahmebedingungen ausgeschlossen sind

Wichtig:
Bestimmte Erkrankungen wie HD oder ED können laut Annahmeregelung einen Vertragsabschluss ausschließen, wenn sie bereits bekannt sind.


Beispiel aus der Praxis

✔ Fall 1 – versichert

Ein junger Hund wird versichert.
Zwei Jahre später wird eine genetisch bedingte Augenerkrankung diagnostiziert.

→ Versicherungsschutz besteht, da die Erkrankung bei Vertragsbeginn nicht bekannt war.


❌ Fall 2 – nicht versichert

Beim Vertragsabschluss ist bereits eine beginnende HD diagnostiziert.

→ Kein Versicherungsschutz für diese Erkrankung.
→ Je nach Tarif möglicherweise kein Vertragsabschluss möglich.


🧠 Wichtiger Unterschied: „genetisch“ ≠ „automatisch ausgeschlossen“

Viele Hundehalter glauben:

„Genetisch heißt automatisch nicht versichert.“

Das stimmt so nicht.

Maßgeblich ist immer:

👉 War die Erkrankung bei Versicherungsbeginn bekannt?
👉 Fällt sie unter die Annahmeausschlüsse?

Nicht jede genetische Erkrankung ist ausgeschlossen –
aber bekannte oder ausgeschlossene Erkrankungen sind es.


Zusammenfassung

✔ Genetische Erkrankungen sind versicherbar, wenn sie bei Vertragsbeginn nicht bekannt waren
✔ Maßgeblich sind Annahmevoraussetzungen und Vertragsbedingungen
✔ Bereits bekannte oder ausgeschlossene Erkrankungen sind nicht versichert
✔ Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist entscheidend